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Komponisten-Porträt - Kurzvita - Ralf Grössler

Geboren 1958 in Bitburg

1978 Abitur in Bad Reichenhall

anschl. ein Jahr Studium an der Fachakademie für evang.Kirchenmusik in Bayreuth

1979 bis 1982 Studium der evang.Kirchenmusik an der Musikhochschule in München.

Dort 1982 Abschluß mit dem A-Examen.

Von 1982 bis 1989 Bezirkskantor an der Erlöserkirche Fürstenfeldbruck

Seit 1989 Kreiskantor an der Alexanderkirche in Wildeshausen


Musikalische Entwicklung:

Im Alter von 5 Jahren begann ich bei meiner Mutter mit erstem Klavierunterricht.

Zwei Jahre später bekam ich dann bei unserem Kirchenmusiker und Studiendirektor Trautmann in Bitburg Klavierunterricht. Mit 13 Jahren wechselte ich auf die Orgel.

Hier entstanden in dieser Zeit bereits erste Kompositionen für Orgel.

Nach unserem Umzug nach Bayerisch-Gmain, bei Bad Reichenhall, bekam ich dort beim städtischen Kantor Dietrich Hildebrandt Orgelunterricht. Mit 15 Jahren legte ich in Traunstein die D-Prüfung mit sehr gutem Erfolg ab. Unmittelbar nach dem Abitur konnte ich in Bayreuth extern die C-Prüfung ablegen und mich durch den guten Notendurchschnitt für ein Studium im 2.Studienjahr qualifizieren. Nach einem Jahr wechselte ich an die Musikhochschule nach München.

Seit meinem Studium beschäftigte ich mich intensiv mit dem Leben und Wirken George Gershwins. Ich schrieb eine Facharbeit über die Jazzelemente in seiner sinfonischen Musik.

Fasziniert war ich von der Möglichkeit der Verbindung populärer Musikelemente mit klassischen Formen. Gershwin hatte es geschafft, die Musik von der Straße, mit der er groß geworden ist, in den klassischen Konzertsaal zu bringen und sie so salonfähig zu machen.

Ich studierte seine Werke und  seine Instrumentationen. Zur gleichen Zeit fing ich an, mich mit Gospelmusik auseinanderzusetzen. Ich schrieb erste Werke für Chor und Orchester. Zu meinem Glück hatten meine Mitstudenten an dem Fach „Tonsatz und Komposition“ wenig Interesse, sodaß ich in der Regel mit meinem Kompositionslehrer, Herrn Robert Maximilian Helmschrott, alleine war und so mit ihm meine Instrumentationen besprechen und bearbeiten konnte. In dieser Zeit habe ich eine Menge gelernt.

Nach Abschluß meines Studiums 1982 verkaufte ich meine elektronische Orgel und kaufte mir dafür ein Vibraphon. Ich gründete in Fürstenfeldbruck einen Gospelchor, der sich später den Namen „Sing and Pray“ gab und der bis zum heutigen Zeitpunkt unter kompetenter Leitung weiter exisitiert. In dieser Zeit begann ich mit der Komposition meiner ersten großen Gospelmesse für zwei Chöre, Solo und Orchester. Daneben schrieb ich die ersten Kindersingspiele, die im Strube-Verlag in München gedruckt wurden.

Mit zu meinen Aufgaben gehörte in Fürstenfeldbruck die Leitung des Posaunenchores. Auch für diese Arbeit schrieb ich eigene Stücke für den direkten Gebrauch. Durch Veröffentlichungen im Strube-Verlag wurden nach und nach Herausgeber neuer Posaunenliteratur auf mich aufmerksam. Daraus entstanden eine Vielzahl von Choralvorspielen und Bearbeitungen, auch unter Verwendung bekannter Spiritual-Melodien.


1984 fand die Uraufführung meiner ersten Gospelmesse in der Erlöserkirche Fürstenfeldbruck statt. Eine Wiederholung der Messe im Jahr 1985 wurde durch den bayerischen Rundfunk mitgeschnitten und ein halbes Jahr später gesendet.

1986 folgte eine Gospelsinfonie für Solo, Chor und großes Orchester.

1988 schrieb ich die "Missa parvulorum Dei", eine Gospelmesse für Gospelchor, Solo und Orchester, die 1990 von Radio Bremen aufgenommen und gesendet wurde. Diese Messe wurde komplett im Strube-Verlag in München gedruckt. Seither findet sie großen Anklang und wird in ganz Deutschland viel aufgeführt.

In meiner Zeit als Kantor der Alexanderkirche Wildeshausen schrieb ich zwei Musicals, die mit großem technischem Aufwand in der Kirche realisiert wurden.

1998 entstand die "Mass of Joy", eine Gospelmesse für Solo,
2 Chöre und Orchester.

2002 folgte die symphonische Rhapsodie "Our father in heaven",
für Solo, 2 Chöre und großes Orchester.

Im April 2007 wurde mein neuestes Werk „Prince of Peace“ in der Alexanderkirche Wildeshausen uraufgeführt. An fünf aufeinander folgenden Tagen jeweils restlos ausverkauft, wurde das symphonische Gospeloratorium für Solo, 2 Chöre und Orchester mit nahezu 180 Mitwirkenden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Meine heutigen Schwerpunkte sind nach wie vor Gospelmusik, aber auch der gesamte Kinder- und Kleinkinderchorbereich, mit Liedern, gesungenen Geschichten und Singspielen.


Was mir wichtig ist ...

  • meine Familie. Seit 1996 verheiratet mit der Schlagzeugerin Dagmar Grössler-Romann, 2 wundervolle Kinder (Ylva und Yngve) und 2 wunderschöne Hunde (Balu und Robin).

  • Meine Kompositionen sind fast ausschließlich für den eigenen Bedarf entstanden und in meine Arbeit eingeflossen. Sie sind also quasi Ausdruck meiner Vorstellung vom Leben und Wirken als Kirchenmusiker. Dabei ist mir die Arbeit mit Erwachsenen und Jugendlichen ebenso wichtig wie die Arbeit mit Kindern, wenngleich die Arbeit mit Kindern zeitaufwendiger, anstrengender und kraftraubender ist. Daß sie mich intensiv mit Lebendigkeit und neuer Kraft erfüllt, erfahre ich nach jeder Kinderchorfreizeit, wenn ich das Gefühl habe, dass mir der Lautstärkepegel beispielsweise bei den Mahlzeiten richtig fehlt.

  • Ich glaube, dass es insbesondere die Kinder und Jugendlichen sind, die mich zum weiteren Komponieren anregen und motivieren.

  • Diese Form von Lebendigkeit hat unsere Kirche und somit unsere Kirchenmusik sehr nötig und sie erfüllt alle Beteiligten mit innerer Genugtuung und Freude. Was will man mehr?

  • Warum habe ich mich dem Swing- und Gospelstil verschrieben? Ich denke es liegt einfach in der Möglichkeit, die unserem europäischen Kulturkreis weitgehend fehlt, den Körper im Einklang mit der Musik in Schwingung und direkte Bewegung zu versetzen. Kleine Kinder gehen oft viel ungezwungener damit um, wenn sie beispielsweise in Gospelkonzerten und bei swingender Posaunenchormusik im Mittelgang der Kirche automatisch zu tanzen anfangen. Ich freue mich über jede Form von spontaner Lebendigkeit.